Haarpflege

Vor Jahren bin ich zur silikonfreien Haarpflege umgestiegen und bisher hab ich nichts bereut! Früher mussten meine Haare nach dem Waschen quietschen, das Shampoo ordentlich schäumen, ich habe Unmengen an Shampoo benutzt und jeden Conditioner mit gutem Duft den ich finden konnte, der meine Haare extrem weich gemacht hat. Dann haben sich meine Haare verändert. Ich hatte plötzlich anstatt groben Wellen kleinere Locken. Richtige Korkenzieherlocken nach einer Weile sogar. Das war dann schon nach dem Pflegewechsel auf Naturkosmetik, weil ich eben nicht wusste wie man mit Locken umgeht. Also habe ich mich informiert und all das gelernt was man über Inhaltsstoffe in Kosmetik wissen sollte. Ein großer Helfer war hierfür das kleine Büchlein „Alles klar mit Haut und Haar“ von Susanne Kehrbusch. Ok, Hautprobleme hatte ich damals auch, aber das ist ein anderes Thema.
Dann benutzte ich jahrelang eigentlich nur Alverde Shampoos und Spülungen mit gelegentlichen Shopping-Ausreisern von Sante oder andere Naturkosmetik. Aber ich wusch meine Haare trotzdem recht häufig. Mittlerweile bin ich bei einem ca 5 Tage Waschrhythmus, wobei ich wenn ich Sport mache noch danach mit nur Spülung bzw nur Haarkur meine Haare wasche (diese Waschart nennt man auch CO, was für „conditioner only“ steht!). Das mag für Leute die sich damit noch nicht so beschäftigt haben komisch klingen, ist aber gut!! Zu häufiges Haarewaschen laugt die Haare aus und so ist es nicht verwunderlich das vor allem unter Langhaar-Trägerinnen dieses wenig waschen Konzept sehr beliebt ist. Man hat einfach weniger mit Spliss und trockenen Spitzen zu kämpfen!! Hierbei ist es auch ratsam darauf zu achten, das Shampoo nur auf den Haaransatz aufzutragen und einzumassieren und nicht in den kompletten Haaren! Nur dort bildet sich ja das Fett und beim ausspülen wird der Schaum eh über die Längen ausgespült, sodass da der Alltagsschmutz mitentfernt wird. So sorgt man aber dafür, dass die Spitzen nicht auch noch extra aufgrund des Shampoos austrocknen! Ein weiteres Hilfsmittel auf dem Weg zum langen Haar habe ich mir erst vor kurzem zugelegt: eine Wildschweinborstenbuerste! Mit dieser kämmt man seine Haare von dem Ansatz zu den Spitzen durch und achtet eben darauf die Kopfhaut zu massieren und auch das Haarfett in den Haaren zu verteilen. jetzt denken sich sicher viele; „IGITT!“, aber es wirkt! ich kämme mich mit dieser Bürste erst jeweils abends, wenn mein Ansatz nach ca 3-4 Tagen leicht fettig wird und entferne so auch Staub und Fusseln aus meine Haaren. Diese trage ich dann meist doch noch 1-2 Tage hochgebunden (je nach Situation) und wasche dann erst! Bisher bin ich seeehr zufrieden mit dieser Methode. Haare sind bis in die Spitzen weich und nicht strohig, kein Spliss zu sehen und Glanz ist auch da! Apropos Glanz: sich nah der Haarwäsche die Haare nochmal komplett mit kaltem Wasser abspülen wirkt da richtig gut! Die Kälte bewirkt wohl, dass sich die Schuppenschicht der Haare wieder anlegt und so das Licht besser reflektiert wird (=Glanz!!).

Kleine Zusammenfassung:
– soweit möglich auf Silikone verzichten
– selten die Haarewaschen, möglichst sanftes Shampoo (Naturkosmetik, Babyshampoo), öfter mal nur CO
– Shampoo nur am Ansatz
– Wildschweinborstenbürste!
– kalt nachspülen beim Haarewaschen

Noch ein kleiner Tipp zu Haarmasken, ich trage gerne eine auf bevor ich in die Sauna gehe und lasse sie so extra lange in der Hitze einwirken. Auch wenn ich es mir evtl. nur einbilde, ich finde es pflegt so noch mehr!
Toll ist auch ein Öl oder eine Haarbutter großzügig abends im Haar verteilen und über Nacht einwirken zu lassen. ich mache das meist so, dass ich meine Haare mit Aloe Vera einsprühen, dann einen guten Esslöffel Kokosöl in den Händen zum schmelzen bringe und in die Haarlängen einmassiere. Dann einen Zopf flechten und über Nacht ein Handtuch aufs Kopfkissen! Am nächsten Morgen mit Shampoo ausspülen und Spülung auftragen! Hilft sehr gut bei trockenen Spitzen!

Empfehlenswerte Produkte wären daher für eher trockenes, nicht leicht fettendes Haar:
Die Alverde-Serien für Feuchtigkeit (pink) und Glanz (gelb), der Conditioner für strapaziertes Haar (braun) und die Haarbutter (als Haarkur oder nach der Haarwäsche als leave-in). Ansonsten benutze ich im Moment als leave-in das Alverde Haaröl, das Khadi Amla Haaröl, Kokosöl oder die Alverde Macadamia Körperbutter. Gerne im sogenannten LOC-Verfahren: L wie liquid, dh die Haare müssen feucht sein, O wie oil, dh in das feuchte Haar eine winzige Menge Öl, C wie cream, dh nach dem Oel noch eine ebenfalls winzige Menge Creme also zB Körperbutter oder Haarbutter, Hauptsache eine Öl-Wasser- oder Wasser-Öl-Emulsion in die Haare geben. Das Öl bzw die Butter verteile ich vorher in meinen Händen und arbeite sie dann gleichmäßig in meine Spitzen und Längen ein, nicht in den Ansatz! Die richtige Menge an Öl bzw Creme findet man nur durch Testen raus!!
Zum Schluss noch etwas zu meinen wandelbaren Haaren. Nachdem ich dann ca 7-8 Jahre Locken hatte sind meine Haare jetzt wieder grob gewellt! Wellen -> Korkenzieher -> Wellen (heute). Schon komisch! Die Umstellungsphase waren jeweils so ca 1-1,5 Jahre und ich frage mich ob ich in ca 5-6 Jahren wieder Locken bekomme!?

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